So muss das Paradies sein ... Ngorongoro

Eine Reise zu den Grünplätzen der Welt, eine Reise nach Afrika, eine Reise nach Tansania und dabei diesen gewissen Krater besuchen "Ngorongoro". Gelesen habe ich bis dahin immer über den "Garten Eden" oder "so muss das Paradies sein", aber vorstellen konnte ich es mir bis dahin nicht.

Bernhard Grzimek, der Schützer der Serengeti, dessen Urne hier neben seinem Sohn begraben ist, nannte den Krater das achte Weltwunder. Dieser gewisse Krater ist nicht nur für Afrikas Tierwelt ein Paradies, sondern dieses Schutzgebiet gilt auch als Teil der  Wiege der Menschheit. Nun stand ich selbst hier am Kraterrand, schaute aus dem Zimmer der Ngorongoro Serena Safari Lodge die für zwei Tage unser zu hause war und denke "in diesem Kessel sollen nun die Tiere sein".

06.00 Uhr starten wir Richtung Eingang des Ngorongoro Krater , während der Fahrt verschwinden die bis dahin vorhanden Wolken, die den Krater wie in einen Schlummerzustand versetzt haben. Schon alleine das Gefühl nun endlich es mit meinem eigenen Augen erleben und fühlen zu können zaubert mir die Gänsehaut über meinen Körper. Gute sechshundert Meter tiefer liegt der Kraterboden, es verschlägt einen die Sprache und und man muss sich wirklich kneifen was man dabei erleben kann. Gut ich bin ganz ehrlich ich habe geweint, geweint weil die Gefühle mit einem Purzelbaum schlagen.

Dieses Bild war das erste in Sonnenstrahlen, im Krater grasen friedlich die Herden von Gnus. Genau bei diesen Augenblick weiss man das es irgendetwas gibt was wir ganz tief in unserem Unterbewusstsein tragen ... dieses Gefühl "hier genau, genau hier muss das Paradies sein".







Der Kraterboden liegt auf rund 1700 Metern über dem Meeresspiegel, die Kraterwände ragen zwischen 400 und 600 Meter hoch darüber hinaus. Ein riesiger Kessel von 16 x 20 km liegt vor einen und man kann des gesehene noch gar nicht richtig begreifen. Es gibt dort Grassavanne, Buschland, einen Wald und auch einen See. Zirka 20.000 heimische afrikanische Tiere (Großtiere und Raubtiere) sind vertreten. Die Tiere könnten den Krater zwar über vorhandene Wildwechsel verlassen, tun dies aber nur ganz ganz selten, weil es ganzjährig genug Futter und Wasser gibt. Also warum aus diesem Paradies verschwinden, werden sich die Tiere sagen.

Anfang des 20. Jahrhunderts lebte ein deutsches Siedlerpaar und einige Massais im Krater. Seit 1951 ist der Krater Teil des Serengeti-Nationalparks, wird aber offiziell als Conservation Area geführt, was heißt, dass die Massai weiter ihre Rinder dort hinuntertreiben und grasen lassen können, aber nicht mehr darin wohnen dürfen. Im Krater selbst ist der Daueraufenthalt nur Rangern und Angehörigen von Naturschutzorganisationen gestattet. Also ein Krater nur für die wunderbaren afrikanischen Tieren.

Waziri unser guter Freund stoppt abrupt das Fahrzeug "Nashörner, auf drei Uhr" drei graue Tonnen in der Ferne, ich schaue durch das Objektiv meiner Kamera "Das sind Mutter und Kind und ein einzelnes Nashorn". Ich vergesse dabei sogar zu fotografieren und staune und schaue nur. In den frühen achtziger Jahren hatten Wilderer die Zahl der Nashörner auf 18 dezimiert, jetzt schätzen die Ranger, dass wieder zwischen 40 oder 45 Tiere im Krater leben. Aber auch in diesem Paradies greift die Wilderei wieder um sich und die Ranger kontrollieren jeden Tag diese einmaligen Tiere. Vorerst sind die Nashörner im Ngorongoro Krater noch etwas sicherer als wie in der Zentral Serengeti. Aber wie lange noch? 



Besuchen dürfen wir den Ngorongoro-Krater maximal sechs Stunden, damit der Massentourismus im Krater verhindert wird und die Tiere in Ruhe in diesem Paradies leben können (aber so richtig bekommen die Tierschützer das nicht hin). Mit unserem Auto beobachte ich die Löwen, Gnus, Elefanten, Antilopen, Büffel ... also all die Tiere die einfach zu Afrika gehören. Es ist alles so friedlich, rechts und links die Kraterwände und ich mitten im Krater, unwirklich schön ... so dass ich wieder Tränen in die Augen bekomme.

Der Aufenthaltspreis in diesem Paradies für zwei Personen beträgt inklusive Unterkunft je nach Lodge-Kategorie und für Fahrer zwischen 600 bis 800 US-Dollar pro Tag. Preise die einen Menschen mit normalen Menschenverstand schütteln lassen (6 Stunden), aber es sind Momente die man nicht mit Geld aufwiegen kann. Es sind diese Dinge im Leben die einen ein Leben lang begleiten werden und beeinflussen werden.


Bei der Rückfahrt ziehen Wolken auf und der Krater ist bedeckt mit Wolken. Unser Auto wühlt sich die einzige Passstraße hinauf, meine Blicke bleiben dabei immer rückwärts ... von oben hat es den Anschein als wenn jemand Watte ausgeschüttelt hat die langsam den Boden bedeckt.

Meine Gedanken kreisen nur noch um das heute geschehene, gesehene, erlebt und gefühlte ... für mich steht es persönlich fest, wenn es irgendwo ein Paradies auf Erden gibt dann muss es so sein wie der Ngorongoro Krater.

Eine Übersicht meiner Reiseerlebnisse , die ich seit Juni 2013 hier bei Reiseknipse geschrieben habe, findest Du im Archiv ansonsten gibt es mehr aus meiner schönen Fotowelt bei demipress.
Wenn Du auch in Zukunft meine Reiseerlebnisse lesen möchtest und dabei die Fotos geniessen möchtest, kannst Du über den RSS-Feed, Facebook, Twitter, InstagramGoogle+ oder Pinterest auf dem Laufenden bleiben.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich erkläre mich mit der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten durch diese Website einverstanden. Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert diese Website Name, E-Mail, Kommentartext sowie IP-Adresse und Zeitstempel deines Kommentars. Detaillierte Informationen dazu findest du in der Datenschutzerklärung.