Mittlerweile bin ich schon 5 Tage in Kenia (Masai Mara) es schleicht so langsam ein guter Rhythmus ein, der das morgendliche 05.00 Uhr Wecken schon zu einem Erlebnis macht. "Good morning" und schon steht der Kaffee / Tee auf dem Tablett auf der Zeltterrasse, im Talek Fluss vor mir tummeln sich die Hibbos, Zebras nehmen den ersten Schluck Wasser ... ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich das Alles erleben kann.

Im Schnelldurchgang duschen, festes Schuhwerk an die Füsse (immer daran denken vorher die Schuhe auf den Kopf zu stellen), Fotoausrüstung zusammenpacken ... auf einmal halte ich inne, sehe ich da richtig. Keine 10 Meter von unserem Zelt steht ein kleiner Elefant der sich im ersten Morgenlicht seine Welt anschaut. Kleiner Elefant - also muss die Elefanten Mama noch in der Nähe sein. Ich bewege mich keinen Schritt mehr auf der Zeltterrasse, gut das die Kamera noch auf den kleinen Tisch liegt und nur nach links greifen muss.







Gerade als mir diese Gedanken durch den Kopf schiessen sehr ich in zirka 15 Meter die Elefanten mama, die aber im sehr ruhigen Schritt unterwegs ist. Wenn Elefanten Babys haben sollte man sehr grossen Respekt vor Ihnen haben und genügend Abstand halten (dabei sich sehr ruhig verhalten, am besten man hockt sich hin, so dass man den Elefanten gar nicht die Möglichkeit gibt, dass Gefahr drohen könnte).

Nun stehe ich nur noch da und hoffe das die Elefantenmama mich nicht mit bekommt ... aber nein sie schaut nur nach Ihrem Baby und trottet nach zirka 10 Minuten weiter. Ich kann Euch das Gefühl nicht beschreiben wenn man diese zärtlichen Riesen so nah vor sich sich sieht und beobachten kann. Das Herz klopft, die Augen werden immer grösser und dabei aber absolut ruhig zu bleiben .... wow was für ein Start in den Tag.


Das Tagesmotto steht ganz unter der Suche nach einen ganz bestimmten Löwen, der sich in der Nähe des Covernors Camp aufhalten soll und dort gestern gesichtet worden ist. Benedict wartet bereits am Eingang vom Camp mit unserem Auto (immer wieder klasse das man sich auf die Fahrzeuge von  DM Tours so verlassen kann), den so langsam wird es Zeit damit wir das "Morgenbüchsenlicht" noch richtig nutzen können. Wie sagt mein Bester "zur richtigen Zeit immer am richtigen Ort zu sein".


Nach zirka 3 Stunden Fahrt immer am Mara Fluss entlang, die Kamera Objektive immer am Anschlag sehen wir einen kleinen schwarzen Punkt ... ein Stein, ein Busch. Mein Bester hat wieder einmal den richtigen Riecher ... da ist er. Ein Löwe der schon einige Kämpfe und Jahre auf dem Rücken haben muss, eine Mähne wie ich sie noch nie gesehen haben, sein Gesicht ist übersät von Kampfspuren. Seine Mähne färbt sich bereits in schwarz ... oh weh, so müssen wohl die Löwen ausgesehen haben, wenn man die Geschichten über die "Menschen fressenden Löwen liest".


Aber er ist nicht alleine, zirka 5 Meter von Ihm entfernt liegt in der Sonne noch ein Löwenweibchen, ohne Regung und scheinbares Desinteresse für den Löwen. Nach zirka 30 Minuten ändert sich die Situation aber schlagartig ... nun heisst es alle Kameras in Position, absolute Ruhe und Konzentration.

Ich traue meinen Augen nicht, der Löwe besteigt das Weibchen "Lion Sex" im Busch von Afrika, ich stehe im Fahrzeug und muss mich kneifen, ich glaube es nicht was da in diesem Moment passiert.

Man hört keinen Laut, das erste Beschnüffeln und Riechen ... das Weibchen bewegt sich nicht.


Innerhalb von 10 Minuten sind wir Zuschauer bei einem Naturschauspiel ... mir stehen die Haare zu Berge, ich werde Zeuge des Paarungsaktes bei Löwen. Löwen können sich über vierzigmal am Tag paaren und tun dies über mehrere Tage hinweg. Allerdings dauert jeder einzelne Akt nur wenige Sekunden. Ein ziemlich hartes Programm für den Löwen.

Später werde ich aber von meinem Besten darüber aufgeklärt warum dies so sein muss: "Löwen leben in Rudeln, und jedes Rudel wird von einer Rotte Löwen-Männchen angeführt, die verhindern, dass ihr Rudel von anderen umherstreifenden Männchen-Banden (oftmals Brüder) übernommen wird. Die Forschung geht nun davon aus, dass die Löwinnen mit dem "Sex ohne Pause" einfach überprüfen wollen, ob ihre Männchen noch im Vollbesitz ihrer Kräfte sind und das Rudel verteidigen können.

Es wird gebrüllt, es gibt Nackenbisse, Prankenhiebe und Drohgebährden ... was aber alles zu diesem einmaligen Naturschauspiel dazu gehört.

Über 3 Stunden beobachten wir dieses einmalige Erlebnis immer und immer wieder, obwohl wir nur zirka in 5 Meter Abstand mit unserem Auto stehen, scheint es die zwei Löwen nicht zu stören. Da man in der Masai Mara die Autos nicht verlassen darf, scheinen die Tiere sich an die Autos gewöhnt zu haben und empfinden diese auch nicht als Bedrohung. Aber auch hier sollte man immer Rücksicht auf die Tiere nehmen und in einem ordentlichen Abstand zu den Tieren sein Fahrzeug parken, sich leise unterhalten.

Ein weiterer wunderbarer, aufregender  Safari Tag neigt sich dem Ende, abends sitzen wir noch am Lagerfeuer und hören die Klänge Afrikas (Hippos, Löwen sagen sich Guten Nacht).

Danke an meinem Besten den ich bei seiner Arbeit als Conservation Fotograf begleiten durfte.