Reise durch Usbekistan - Momente voller Herzlichkeit

Nachdem bei Spiegel Online über unsere Fotostory in Usbeksitan ein toller großer Fotoartikel erschien und ich der Veröffentlichung nicht vorgreifen wollte, musste nun dieser Artikel erst einmal etwas warten. Aber nun freue ich mich Euch endlich mit nach Usbekistan nehmen zu können :-).

Zuerst die Vorurteile

Was gibt es dort zu sehen? Ist das nicht gefährlich? In so ein Land würde ich nicht reisen.
Die Reaktion mancher Mitmenschen hat mich nicht sehr überrascht als ich Ihnen von unserem Vorhaben, nach Usbekistan zu reisen, erzählte.
Wir leben in einer Zeit der Verunsicherung, Unwissenheit und Angst. Die heutigen Medien beziehen sich mehr auf negative Inhalte als auf positive. Und man hat das Gefühl, nur eine schlechte Nachricht ist auch eine gute Nachricht.

Ganze Völker, Länder und Religionen werden dadurch mit Vorurteilen behaftet, und die wenigsten Menschen hinterfragen das Wieso, Weshalb und Warum. Nach meinen positiven Reiseerfahrungen mit den aufgeschlossenen Menschen in Aserbaidschan sollte mich meine nächste Reise nun durch Usbekistan führen. Was erwartet mich in diesem Land? Was für ein Volk werde ich dort kennen lernen?

Nach über einem Jahr, voller Gespräche und Treffen mit usbekischen Behörden, erhielten mein Mann Uwe und ich eine Genehmigung zum Einsatz einer semiprofessionellen Drohne für die Städte Samarkand, Buchara und Chiwa. Zusätzlich bekamen wir noch Sonderzutrittsrechte zu speziellen historischen Monumenten wie z.B. dem Mausoleum von Timur Tamerlan aus dem 14./15. Jahrhundert in Samarkand.

Nochmals ein großes Dankeschön an die Behörden in Taschkent für diese besonderen Ausnahme-genehmigungen für uns Fotografen. Und auch ein dickes Danke an Doca Tours Usbekistan, mit denen wir die Fototour sowohl planten als auch festlegten, und die Alles wunderbar für uns organisierten.

Gemeinsam mit meinem Mann Uwe, den viele als Wildlife Fotograf und Buchautor in seiner zweiten Heimat Afrika kennen, haben wir uns diesmal zu einem neuen Fotoabenteuer aufgemacht nach Usbekistan. Dabei ist es immer wieder herrlich zusammen diese schöne Welt zu entdecken, sie zu fotografieren und zu erleben wie man die gemeinsamen Augenblicke, festgehalten durch die Kameras, doch ganz unterschiedlich wahr nimmt.
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Samarkand - Registan
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Samarkand - Shahisinda 
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Samarkand - Bibi Chunum
Begegnungen mit viel Herzlichkeit

Als wir nach 5 stündigem Flug im Spätsommer Abends in Taschkent landen begrüßt uns am Flughafen ein freundlich dreinblickender Mann Ende dreißig, mit den Worten: "Willkommen in Usbekistan." Es ist Schukrat unser Reiseführer, der uns durch Taschkent, Buchara, Chiva und Samarkand begleiten wird. Auch für Ihn ist diese Reise mit professionellen Fotografen Neuland und ein Abenteuer.

Wir starten mit Schukrat unsere usbekische Entdeckungsreise in der Taschkenter Metro. Seit Herbst dieses Jahres ist es offiziell erlaubt als Tourist die 29 Metro Stationen in Taschkent zu fotografieren. Ähnlich wie in Moskau, sind die Taschkenter Metro Stationen jede auf unterschiedliche Art und Weise gestaltet. Dabei fließen in die Gestaltung unterschiedlichste Themen der usbekischen Literatur und Geschichte mit ein, sowie unterschiedliche Interpretationen usbekischer Künstler.

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U-bahn Kunst in Taschkent
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Lieteratur Liebe in der U-bahn von Taschkent
Als nächstes machen wir uns auf den Weg in ein riesiges Zirkuszelt. In diesem ist auf drei Etagen der größte Basar Taschkents untergebracht. Bei der Arbeit werde ich sofort von mehreren Menschen freundlich angesprochen. Sie wollen wissen wer ich bin und woher ich komme. Sie freuen sich von Herzen, dass wir so großes Interesse an Ihrem Land haben, sie besuchen und fotografieren. Jeder möchte hier fotografiert werden, oder zumindest sich mit uns unterhalten. Auf Ihre Frage was mit diesen ganzen Bildern passiere die wir dort machen, erkläre ich Ihnen dass wir diese in Deutschland in Katalogen, zu Artikeln und eventuell auch in einem Buch veröffentlichen. Daraufhin merkt man wie das Grinsen in Ihrem Gesicht nur noch größer wird.
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Ein Muss für alle Besucher ... die Basare von Usbekistan
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Immer ein Lächeln für die Gäste des Landes 
Aus Erzählungen erfahre ich, dass die Usbeken wissen das viele Menschen Angst haben in Ihr Land zu reisen. Auch sagen Sie die Menschen verbinden nicht viel mit Usbekistan. Doch ich kann Usbekistan als Reiseland nur jedem wärmstens empfehlen. Man wird in diesem Land als Gast sehr herzlich empfangen. Die Usbeken sind nett und zuvorkommend gegenüber Fremden und Touristen. Und man mag es kaum glauben, aber Usbekistan ist ein sehr sicheres Land.

Obwohl dieses Land Teil der UDSSR war, sind knapp 90 Prozent der 28 Millionen Einwohner Usbekistans Muslime. Dabei ist die Staatsreligion, nicht zuletzt durch die Zeit als Teil der ehem. UDSSR, sekularisiert und der Islam wird in Usbekistan äußerst liberal gelebt. Die zwiespältige Haltung zum Glauben zeigt sich immer wieder im öffentlichen Leben der Usbeken. So hören wir auf unserer Reise in diesem Land nicht einen einzigen Muezzin. Auch Frauen in Burkas oder verhüllt in Schleiern können wir nicht entdecken. Stattdessen begegnen uns stolze usbekische Frauen in traditionellen, bunten Kleidern und Kopftüchern die Ihre kulturelle Verwurzelung widerspiegeln.

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Stolz, offen, neugierig ... was für ein schönes Gespräch am Registan in Samarkand 
In den zahlreichen Parkanlagen und Bänken der Städte, sitzen usbekische Familien mit Ihren Kindern und genießen den Spätsommer. Die Kinder umkreisen uns und stellen uns viele Fragen in Ihrem erlernten Schul Englisch. Generell führen wir jeden Tag beim Fotografieren zahlreiche Unter-haltungen mit Usbeken ob jung oder alt, wir werden liebevoll von allen Seiten angesprochen und zum Essen und Tee trinken eingeladen. Praktisch auf Händen trägt man uns mit der usbekischen Freundlichkeit und Offenheit durch das Land. Dabei stellt sich heraus, dass unser usbekischer Reiseführer Schukrat ein ausgezeichneter Geschichtenerzähler ist. Eine seiner Lieblingsgeschichten handelt von Timur Tamerlan, einem turkstämmigen Herrscher dessen Lieblingsfrau, Bibichanum, die Urenkelin von Tschingiz Khan war. Timur Tamerlan beherrschte kurzzeitig ein Reich, welches sich von Anatolien im Westen, mit weiten Teilen Russlands im Norden, bis an den Ganges in Indien im Osten erstreckte. Kernland war das zentralasiatische Transoxanien, das heutige Usbekistan mit seiner damaligen Hauptstadt Samarkand. Diese glorreichen Zeiten Timur Tamerlans erinnern an die Märchen aus Tausendundeiner Nacht, die wir nun alle fotografieren und spüren können.

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Bibichanum ... wenn es Dir die Sprache beim fotografieren verschlägt
Der Zauber der Seidenstrasse

Usbekistan liegt an der weltbekannten Seidenstrasse, jenem Geflecht alter Handelswege, die ab 300 v. Chr. das Mittelmeer mit Ostasien verband. Auf der antiken Seidenstrasse wurden über Jahrhunderte hinweg neben Seide und Gewürzen auch Porzellan, Hölzer, Parfüm und kostbares Rosenöl auf dem mehr als 10000 km langen Weg gen Westen geschafft. Eine Hochkultur entstand, die im 15. Jhd ihre Blüte erlebte. Bis heute ist der einst unglaubliche Reichtum dieses Teils der Erde zu bestaunen, der sich besonders in der Architektur des Landes widerspiegelt. Es wirkt wie ein Stück Morgenland aus einem Bilderbuch. Surreal wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Strahlende hellblaue Kuppeln, wunderbar gestaltete Fliesen, zarte Handwerkskunst, schrille Bazare, Gewürze, bunte Kleider, ein Meer aus Farben und Gerüchen. Und irgendwo dort zwischen den Minaretten und Mausoleen könnte Alladin oder Sinbad umhergestreunt sein. Wie im Märchen. Und auch wir fühlen uns von dieser Atmosphäre wie magisch angezogen. Mit unseren Kameras lassen wir uns treiben, im schönsten Morgen,- und Abendlicht. Bezaubernd wirkt das Licht, das sich auf Moscheen mit ihren hellblauen Kuppeln, Arkaden und monumentalen Gebäuden, wie dem 47m hohen Kalan- Minarett in Buchara, legt. Wir wissen gar nicht wo wir zuerst hinschauen sollen. Ich bekomme eine Gänsehaut. Genauso habe ich mir das Morgenland vorgestellt. Ich bin tatsächlich im Orient angekommen.

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Blick auf das Haupttor in Chiwa
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Wenn Dich die Morgensonne in Chiwa begrüsst
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Das 47 Meter hohe Kalan Minarett in Chiwa 
Das höchste Minarett von Chiwa - gehört zu der Medrese Islamkhodscha. Man kann das 47 Meter hohe Minarett über eine dunkle, enge Wendeltreppe besteigen und Chiwa von oben bestaunen.
Als Fotografin möchte ich dieses wunderbare Land dokumentieren und fotografisch erkunden, erleben und spüren. Ich möchte euch mit auf eine Reise nehmen und euch meine Eindrücke dieses faszinierenden Landes zeigen, ohne auf politische Diskussionen einzugehen.

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Willkommen in Buchara
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Sonnenuntergang in Buchara
Ich wünsche mir, dass wir nicht vergessen das letztendlich es immer die Menschen sind die das Land ausmachen, und nicht die Politik eines Landes die mal mehr positiv oder negativ ein Bild nach außen trägt. Die Menschen, denen wir in Usbekistan begegnet sind,waren voller Offenheit, Herzlichkeit und hatten ein großes Interesse an uns und unserer Kultur. Diese Menschen wünschen sich einen Austausch mit uns, frei von allen Vorurteilen.

Wenn es noch keine Farbfotografie gäbe, müsste sie für dieses Land defintiv erfunden werden!
Freut Euch darauf in der nächsten Zeit mit nach Buchara, Chiwa, Samarkand zu reisen. 

Wenn Du auch in Zukunft meine Reise - und Fotoerlebnisse lesen möchtest und dabei die Fotos geniessen möchtest, kannst Du über den RSSFeed, Facebook, Twitter, Instagram, Google+ oder Pinterest gerne auf dem Laufenden bleiben.

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Wer noch mehr FOTOLIEBE erleben möchte oder auch gerne nach AFRIKA reisen möchte, dem empfehle ich unser neues Buch "ABENTEUER SAFARI -FOTOGRAFIE" von Uwe Skrzypczak und mir als Verlegerin. Ihr könnt es direkt bei uns bestellen, auch als handsignierte Version als besonderes Geschenk und Porto - und Versandkostenfrei.

Und ab September 2019 gibt es dann eine exklusive Fotoreise nach Usbekistan, wer daran Interesse hat gerne -->hier entlang und sich gerne bei uns bereits vorab anmelden.
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Kommentare:

  1. Liebe Daniela, vielen herzlichen Dank für diese Fotos aus Usbekistan. Ich habe das Land mit meinem Mann vor über 20 Jahren bereist und so wundervolle Erinnerungen daran. es nun noch einmal mit Dir bereisen zu können ist wunderbar. Mit 83 Jahren ist es so eine Möglichkeit es nochmals zu sehen.
    Ganz ganz herzliches Danke aus Nürnberg

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  2. Liebe Daniela,
    was für ein wunderbarer Bericht und diese Bilder, die einen sprachlos machen! Was für eine Farbpracht, welch wunderschöne Gesichter, traumhaft! Dein Bericht bestärkt mich darin, dieses Land zu bereisen! Gerade weil Du als reisende Frau dieses Land so wunderbar beschreibst, fühle ich mich bestärkt. Undich freue mich, Deine nächsten Berichte zu lesen. Dankeschön :-)

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  3. Hallöchen,
    habe mir jetzt alles in Ruhe angeschaut und gelesen und bin echt fasziniert von diesem tollen Land!
    Vor allem die blauen Mosaiks leuchten einem so phantastisch entgegen!
    Wunderschön!
    Bis bald Gabriele!

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