Nach dem gestrigen ankommen geniesse ich es um 06.00 Uhr den Tag im Ilkeliani Camp mit einem schnellen Wachkaffee zu beginnen, gefrühstückt wird wie immer unterwegs bei den Tieren. Dazu bekommen wir einen gefüllten Picknick Korb (Kaffee, Tee, Brötchen, Eier und Hähnchen und natürlich viel Wasser). Natürlich könnte man auch in Ruhe im Camp frühstücken, aber das beste Licht bietet nun einmal der Morgen und die Abendstunden. Zusätzlich muss man wissen, das die Tiere am aktivisten sind (sprich jagen) zu den Morgenstunden. Schlafende Löwen oder Geparden haben ich schon sehr oft gesehen, aber die Action Fotos bekommt man meistens nur Morgens vor die Kamera.
Wenn man in diesen Gebieten unserer schönen Erde unterwegs ist sollte man sich einfach auf die Natur einstellen und sich darauf einlassen ... mit den Tieren aufstehen und schlafen gehen.

Auf unserem Tagesplan steht heute die berühmte Gnu - Migration (mein Bester nennt es auch den Kreislauf des Lebens), also die jährliche Wanderung der Gnus von der Serengeti in die Masai Mara.
100.000 Gnus wandern seit Jahrhunderten immer auf den gleichen Wegen ... immer der Nahrung hinterher und müssen dabei den Mara Fluss überqueren. Gesehen und gelesen hatte ich ja schon so viel darüber, aber nun konnte ich es selber erleben. Denn die Gnus standen schon seit zwei Tagen vorm Mara Fluss und sammelten sich. Warum und weshalb das Jahr für Jahr dieses Schauspiel abläuft und mehr wissen möchte schaut bitte hier vorbei.

Sonnenaufgang in den Weiten der Masai Mara 


Die Fahrt mit unserem Jepp in den Morgenstunden ist ein Erlebnis pur, da wir Benedict gebeten haben das Dach des Fahrzeugs bereits zu öffnen, kann ich den Morgen sogar hören. Es "unterhalten" sich die Hyänen, zusätzlich kreisen am Horizont die Geier ... dies deutet sehr auf einen nächtlichen Kill hin.
Da die Morgen in der Masai Mara noch ziemlich kühl sein können, sollte man auch nie auf die Jacke verzichten (ich schätze mal wir haben heute morgen so um die 15 Grad Aussentemperatur) ... dies wird sich aber schnell ändern, spätestens wenn wir den Mara River erreicht haben.

Am Wegesrand begrüsst uns im Morgenlicht eine Löwenmutter mit ihren 5 Babys




Für die Löwenmutter ist es eine ziemlich grosse Aufgabe die 5 Babys unter Aufsicht zu halten, es ist ein ziemlich aufgeregter Haufen, voller Lebensfreude. Im Durchschnitt bekommen Löwen 3 Babys ... ich hoffe das alle 5 Löwenbabys überleben werden. Denn solange sie noch so klein sind, haben auch Löwen Feinde ... Hyänen oder Leoparden.

Süsse Löwenbabys im Alter von zirka 2 - 3 Monate 


Da wir aber nicht zu lange die Löwenfamilie beobachten können, den es wartet auf uns noch eine längere Wegstrecke Richtung Mara Fluss. Die Strecken innerhalb der Masai Mara sind ziemlich holprig und nicht mit unseren Strassen oder Wegen zu vergleichen. Aber Benedict macht seinen Job als Fahrer sehr gut, da diesmal mein Bester sich nur auf seine Fotos konzentrieren möchte, hatten wir Denis gebeten uns diesmal ein Fahrzeug mit einen Fahrer bereitzustellen. 

Nach drei Stunden Anfahrt stehen wir endlich am Mara River ... und ja wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Am gegenüberliegenden Ufer sammeln sich schon 100.000 Gnus und bewegen sich langsam Richtung Flussufer. Nun heisst es nur noch warten, warten auf dieses einmalige Naturschauspiel ... die jährliche Migration der Gnus über den Mara Fluss. Da man in der Masai Mara die Fahrzeuge nicht verlassen darf (zum Schutz der Tiere) geniessen wir unser Frühstück im Auto und beobachten die Gnus am gegenüberliegenden Ufer. 

So weit das Auge blickt Gnus, Gnus, Gnus ... die sich langsam den Uferrand nähern

Nach zirka 3 Stunden beginnt dieses einmalige Naturschauspiel, die Gnus bewegen sich immer weiter an das Fluss Ufer, man kann den entstehenden Druck förmlich sehen. Der Staub, die Luft beginnt an zu flimmern ... immer mehr Gnus wollen nun nur noch diesen Fluss überqueren. Ich kneife mich ... und denke "Hallo Dani Du erlebst es und bist dabei, kannst es beobachten".

Die ersten Gnus stürzen und fallen den Abhang herunter, der Druck der hinteren Tiere wird immer grösser

Nach dem sie dem Abhang bewältigt haben legen die Gnus nochmals eine Pause eine


Die ersten Gnus überqueren den Mara Fluss, dabei sind Zebras immer die ersten Tiere die diesen Truck anführen


Ich spüre förmlich die Anspannung, keiner sagt mehr ein Wort. Uwe richtet alle seine Kameras auf dieses einmalige Naturschauspiel, um ja keinen wichtigen Moment zu verpassen. Die berühmten Krokodile des Mara Flusses scheinen noch zu schlafen ... die Gnus und Zebras überqueren den Fluss ohne Angriffe. 

Es ist überstanden ... neben unserem Auto erreichen die ersten Gnus das andere Ufer


Voller Lebensfreude springen die Gnus an unserem Auto vorbei
Viele neugeborene Gnus springen zu Ihren Müttern, für sie war es die erste Überquerung des Mara Flusses und das Glück es überstanden zu haben kann man Ihnen ansehen, tausende Gnus blögen ... das sind diese Momente wo ich dann nicht mehr fotografiere, sondern nur einfach dieses Erlebnis in mich aufnehme und ich bemerke wie ich eine Gänsehaut bekomme. 

Auch bei Benedict bemerke ich die Anspannung und die Faszination für dieses Naturschauspiel, wenn 100.000 Gnus an uns vorbei rasen. Denn sehr viele Kenianer kennen Ihre Heimat und Tiere fast gar nicht, weil sie teilweise auch nie die Chance haben eine Safari in der Masai Mara machen zu können. Wie auch bei einen jährlichen Durchschnittseinkommen von zirka 845 US$ / Jahr.

Es ist nun mittlerweile 16.00 Uhr und wir treten unsere Heimfahrt zu unserem Camp an, da wir spätestens gegen 18.00 Uhr im Camp sein müssen. Ab 18.30 Uhr wird es im Busch dunkel, schwarz wie die Nacht und es gibt keine Dämmerung so wie wir es kennen, sondern die Sonne geht unter und es ist dunkel, so dunkel das man teilweise seine Hand vor den Augen nicht mehr sieht.

Die letzten Sonnenstrahlen am Talek River


Nach unserem Abendessen verbringen wir den Abend im sogenannten "Ruhe Raumzelt" des Camps, es ist sehr gemütlich eingerichtet, zumal dies auch die einzige Möglichkeit ist alle Akkus der Kameras zu laden. In den einzelnen Zelten befinden sich keine Steckdosen, was aber kein Problem darstellt.
In der Zwischenzeit wo die Akkus laden, geniesst man die Zeit bei netten Gesprächen und tauscht die Erlebnisse des Tages aus, die man auf der Safari am Tag gemacht hat. Oder man sichtete die vielen entstanden Fotos und trifft bereits eine Vorauswahl ... den irgendwie muss man ja eine Übersicht über die Fotos behalten.



Gegen 22.00 Uhr bewege ich mich zu unserem Zelt, begleitet natürlich von einem Masai. Das Camp wird die gesamte Nacht von Masai's bewacht, den Sicherheit wird hier ziemlich groß geschrieben. Nachts "geistern" die Massais um die Zelte herum und schauen nach dem Rechten. Es kann schon passieren das sich Wildtiere in das Camp verirren ... denn wir befinden uns ja unter freien afrikanischen Himmel wo es zum Glück keine Zäune gibt.

In weiter Entfernung hören ich vor dem einschlafen Löwengebrüll, ein absolut neues Gefühl in meiner Erfahrungswelt, den König der Löwen so nah zu hören. Die Löwen hatten wohl Beute gemacht oder waren auf der Jagd. Ich kann nur jedem empfehlen der eine Safari in Afrika machen möchte, dass er eine Zelt-Camp Safari macht. Diese Geräuschkulisse und das damit verbundene Gefühl zur Natur, den Tieren und den Düften kann man nur in einem Zelt erleben, niemals in einer Lodge.

Danke an Denis von DM Tours für den Vorschlag diesmal das Ilkeliani Camp für unsere Safari auszuwählen und die Organisation, danke an unseren Fahrer Benedict und ein ganz grosses Danke an meinem Besten den ich bei seiner Arbeit als Conservation Fotograf begleiten durfte.