Es ist früh morgens gegen 06.00 Uhr und und ich sitze auf der Terrasse der Lions Bluff Lodge und blicke fast 360° in die Weiten Kenias. Ich kenne bestimmt einige Camps in Kenia, aber selten hatte ich dieses Gefühl, dieses Gefühl das Du träumst. Mit dem Kaffee in der Hand kann ich mein Glück kaum fassen diese weite weite offene Savanne, irgendwo ganz weit weg ein Morgenspaziergang einer Elefanten Familie, von irgendwo her ruft ein Löwe und ich beginne für mich ganz leise an zu weinen. Vor Glück das ich dieses Jetzt und Hier erleben darf! Das Fotografieren kann ich dann doch nicht lassen und ich freue mich auf meine morgendliche Pirschfahrt / Safari und vor allen auf die Tiere. 

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Die Lions Bluff Lodge besteht aus 12 Bandas die alle im traditionellen Stil aus Hartholz gebaut sind und diese bestehen aus Zeltplanen und Palmwedel gedeckter Dächer. Die Holzverandas bieten jeden Gast einen weiten Blick über die Ebenen, wenn das Wetter gut ist schaut man bis zum Mt. Kilimanjaro (Einen Extra Artikel über die Lions Bluff Lodge voll gepackt mit vielen Fotos folgt später). Das Lumo Reservat was ich heute erkunden möchte bedeckt eine Fläche von zirka 110.000 ha.  Zu den Besonderheit dieses grossen Schutzgebietes zählen die halbtrockenen Regionen, die unendlichen Savannen, Lion Rocks und ein atemberaubender Blick auf Taita Hills. Gleichzeitig ist es natürlich bei vielen Menschen wegen seiner roten Elefanten bekannt, die aus weiter Entfernung wie wandernde rote Felsen aussehen. Dabei ist die rote Färbung ein "Make-up" was sie nutzen um sich vor Afrikas Sonne und vor Insekten zu schützen. Immer wenn sie es können pudern sie sich damit ein und werfen die rote Erde über sich oder wälzen sich in den roten Schlammlöchern. Die rote Färbung der Erde ist ein Zeichen für das sehr hier vorhandene Laterit (Eisen- und Aluminiumoxid). 

Also meine Aufgabe heißt heute ELEFANTEN LIEBE PUR und ja ich liebe diese Tiere, vielleicht fasziniert mich auch immer und immer wieder ihr komplexes Sozialverhalten, was ich teilweise schon Stunden in der Serengeti und hier in Kenia beobachtet habe. Die Leitkühe geben ihre Wanderrouten an die kleinen Elefanten weiter, Elefanten können zählen, scheinen ein Ich-Bewusstsein zu haben, erkennen Überreste toter Artgenossen und verständigen sich per Infraschall über viele Kilometer hinweg. Elefanten geben verängstigten Artgenossen Trost und muntern wiederum ihre Kameraden auf, dies passiert mit einer speziellen Rüssel-Geste. Kommt Euch dieses Verhalten bekannt vor???

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Es dauert keine 10 Minuten bis dieser junge Elefantenbulle vor uns und unserem Auto in zirka 10 Meter Entfernung steht. Da das Verhalten der Tiere hier im Lumo Schutzreservat doch noch etwas natürlicher ist (bedingt das hier nicht so viele Fahrzeuge mit Touristen wie z.B. in der Masai Mara oder in Amboseli unterwegs sind). Also sollte man doch etwas vorsichtiger sein und das Verhalten der Tiere immer etwas genauer beobachten und dabei immer Ruhe bewahren und Abstand halten. 

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Er wiegt sich mit der Sonne Afrikas immer mal nach links und wieder rechts und genießt dabei wahrscheinlich sein erstes Frühstück

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Ich habe Zeit und kann dieses wundervolle Tier in Ruhe fotografieren und genau beobachten, da er sich von unserer Anwesenheit auch nicht stören lässt. Bis er auf einmal noch einige Elefantenschritte auf uns zu kommt und seine Ohren aufstellt, was für uns das Zeichen ist "bitte nehme Abstand von mir". Was wir dann im Rückwärtsgang auch langsam tun, den dies hier ist nicht unser Land sondern das Land der Wildtiere Afrikas und darauf sollten wir immer Rücksicht nehmen. 

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Nach einem ausgiebigen Buschfrühstück geht unsere Fahrt weiter durch die Grassland-Savannen und quer durch die Berge des Lumo Schutzgebietes, bis wir auf diese jungen Elefanten beim spielen, und rüsseln beobachten können. Natürlich wird dabei auch schon getestet wer der Stärkere ist und getröttet was das Zeug hält.

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Sind diese Tiere nicht einzigartig, wunderbar und können wir uns nicht glücklich schätzen, dass wir diese liebevollen Wesen noch in Freiheit beobachten können. Aber wie lange noch? Es macht mich sprachlos, fassungslos und besonders wütend, dass die Tötung / Wilderei dieser Tiere die letzten Jahre vor allen in Kenia und Tansania wieder so immens zu genommen hat.

Laut der Datenbank für Elefantenhandel ETIS war 2011 mit 38,5 Tonnen ein Rekordjahr für Elfenbeinschmuggel, 2013 waren es bereits über 41 Tonnen Elfenbein. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer ist leider viel, viel höher. Schätzungen zufolge wurden 2013 26.000 Elefanten in gesamt Afrika gewildert. In Tansania werden etwa 30 Elefanten jeden Tag getötet. Bei dieser Geschwindigkeit wird die Elefantenpopulation in 2020 komplett ausgelöscht sein. Bereits in der ersten Halbjahr 2014 wurden in Kenia 7,5 Tonnen Elfenbein sichergestellt – mehr als alles, was den Behörden im gesamten Vorjahr 2013 in die Netze ging. Sechs bis sieben Milliarden Euro im Jahr, dass ist der geschätzte weltweite Umsatz mit Elfenbein und dem Horn von Nashörnern. Und zwar jedes Jahr. Mehr als der jährliche Haushalt vieler afrikanischer Länder. 1800 Dollar für ein Kilo Stoßzahn!!!

Aber wo liegen die Gründe dieser schlimmen Wilderei: 
1.)
Die explosionsartige Zunahme der Wilderei ist eine Folge der ständig zunehmenden Nachfrage in Vietnam und anderen Teilen Asiens. Die Stoßzähne eines Elefanten bringt mehrere zehntausend Euro ein auf den Schwarzmarkt. Das blutigen Geschäft mit Elfenbein wird internationale Verbrechersyndikate durchgeführt. Der Gesamtwert dieses illegalen Handels wird auf mindestens acht Milliarden Euro pro Jahr geschätzt und damit werden mittlerweile auch Kriege auf der Welt finanziert.
2.)
Um einer Verfolgung zu entgehen, verzichten viele Wilderei neuerdings auf schweres, militärisches Gerät. Denn die Schüsse ziehen die Wildhüter an. Stattdessen töten Sie mit vergifteten Pfeilen, legen vergiftete Wassermelonen aus, eine Lieblingsfrucht von Elefanten oder versetzen die Wasserstellen mit Zyanid.
3.)
Die Wildhüter die teilweise Ihr Leben für den Schutz der Elefanten einsetzen haben viele Schwierigkeiten. Vor allem fehlen ihnen Leute für Anti-Wilderei-Teams, moderne Waffen, Nachsichtgeräte, Ferngläser, Funkgeräte und Fahrzeuge. Aber teilweise sind es auch nur Schlösser am Spind um die Waffen sicher einschließen zu können. 
4.)
Hinter vorgehaltener Hand wissen auch viele, dass sogar Verantwortliche der Nationalparks Nationalparkleiter selbst am Elfenbeinhandel verdienen. Sie schauen weg und bekommen dies einfach gut bezahlt.
5.)
Ein ganz wichtiger Punkt, Wilderei ist natürlich sehr stark verknüpft mit der Armut der Menschen. Elfenbein bringt viel Geld ein, wo ich teilweise ein Jahr lang meine Familie ernähren kann. Wenn die einzelnen Staaten nichts tut, das es den Menschen vor Ort in Afrika nicht besser geht, dann nehmen sich die Menschen, was ihnen hilft aus der Armut heraus zu kommen. 

Wie könnten Lösungen aussehen, den ich möchte mir eine Welt ohne Elefanten nicht vorstellen: 
Einige Konferenzen dieses Jahr haben zumindest einiges schon in Gang gesetzt, dass der Kampf gegen Wilderei jetzt endlich auf der internationaler Ebene steht.
1.)
Mehr Kontrollen, mehr Prozesse für Wilder und vor allen mit immens höheren Strafen, eine rigorose Strafverfolgung könnte dieses schlimme Gemetzel eindämmen. Damit gleichzeitig den Handel und die Nachfrage nach Elfenbein. Aber meistens bleiben die Drahtzieher im Hintergrund. Wenn so viele Tonnen illegales Elfenbein die Grenzen Tansanias und Kenias unbemerkt passieren können, müssen auch ranghohe Beamte und Politiker beteiligt sein (im ersten Halbjahr 2014 in Kenia 7,5 Tonnen)
2.)
Die lokale Bevölkerung muß stärker in die Schutzbemühungen eingebunden werden. Den nur so  werden die Dorfbewohner zu Helfern des Naturschutzes und könnten zum Beispiel verdächtige Personen oder Fahrzeuge frühzeitig melden. Somit könnten die Wilderer sie nicht mehr als Helfer für Ihre schmutzige Arbeit einbinden. 
3.)
Effektive und modere Technik, bessere Ausbildung für die Wildtierschützer und vor allen mehr Wildtierschützer. Den was nützt es wenn teilweise ein Ranger auf 180 Quadratkilometer kommt.
4.)
Warum entwickelt die Afrikanische Union nicht gemeinsam eine Strategie und Gesetze zu der Wilderei, die für alle Staaten der Afrikanischen Union gültig sind und bekämpfen diese schlimme Wilderei als internationale Verbrechen - ohne Toleranz gegenüber Korruption. Denn die Elefanten kennen keine Länder - und Nationalpark Grenzen. 
5.)
Die UNESCO sollte die afrikanischen Elefanten wieder auf die Stufe „Global Heritage“ setzen
6.)
China, Thailand, Vietnam und die Philippinen  sollten sofort den inländischen Handel mit Elfenbein verbieten. 

Elefanten sind Touristenmagneten in Afrika und damit Bestandteil einer milliardenschweren Industrie mit Millionen von Arbeitsplätzen. Was passiert sollte es sie wirklich einmal nicht mehr geben????

Nein, ich möchte es nicht glauben das die Spezi Mensch es schafft diese liebenswerte Geschöpfe auch noch auszurotten und dies ist auch Grund warum ich Euch immer etwas mehr zu meinen Bildern erzähle … den Aufklärung hilft dabei auch. Also danke, dass ihr trotz der Länge dieses Artikel bis hierher gelesen habt.

Ein Tag in Kenia wie er schöner nicht sein könnte … NEIN ES GIBT KEIN EBOLA IN KENIA - REIST IN DIESES WUNDERBARE LAND UND ENTDECKT DEN AFRIKA VIRUS FÜR EUCH! 

Ein dickes Danke für die Zusammenarbeit an DM Tours mit dem ich diese Fotostory gemeinsam umgesetzt habe. Danke ebenfalls an Nikon Deutschland für die Möglichkeit das ich die neue D750 Vollformat Kamera + das neue Objektiv AF-S NIKKOR 20 mm 1:1,8G ED für meine Fotostory auf Herz und Nieren testen durfte. Die D750 ist ein Vollformat-Kraftpaket mit 24,3 Megapixel und das Objektiv als Ultraweitwinkel, mit hohen Lichtstärke ist ein Traum für die Landschaftsbilder Afrikas und für die Hotel Image Fotos. Für mich das DREAMTEAM!

Wenn Du Interesse hast bessere Fotos in Afrika zu machen und Kenia gemeinsam mit dem bekannten Wildlife Fotografen und Buchautoren Uwe Skrzypczak zu erkunden, dann schaue Dir gerne seine professionell geführte Fotosafaris & Workshops Kenia 2016 an.

Die Foto Workshop`s sind ein „learning by doing“ Programme ohne langweilige Vorträge und „Trockenübungen“. Du fotografierst zusammen mit Uwe und er gibt Dir Hilfestellungen, Tipps und Tricks für bessere Fotos auch unter schwierigen Licht- und Aufnahmebedingungen sowie nützliche Informationen über das Tierverhalten sowie Hinweise für die spätere Bearbeitung Deiner Fotos.

Hier findest Du das Workshop Programm + Preisliste für März, September und November 2016 als PDF Download.

Wenn Du auch in Zukunft meine fotografischen Erlebnisse mit erleben möchtest und dabei die Fotos geniessen möchtest, kannst Du über den RSS-Feed, Facebook, Twitter, InstagramGoogle+ oder Pinterest auf dem Laufenden bleiben.