Wenn man Lens besucht steht ein abolutes Muss mit auf der Beischtigungstpur. Das berühmte Louvre Museum hat in Lens ein Museum eröffnet ... zuerst wollte ich es nicht so richtig glauben und stellt mir die Frage "Warum gerade in dieser gebeutelten Region"?

Aber ganz einfach "Kunst statt Kohle" die diese Kohleregion so nötig hat. Die Kunstschätze der französischen Nation sollten nicht nur in Paris zu sehen sein, sondern auch in der Provinz. Ähnlich wie das Guggenheim-Museum im spanischen Bilbao soll der neue Louvre das Ansehen der ehemaligen Braunkohle-Gegend verbessern und mit verstärktem Tourismus die lokale Wirtschaft ankurbeln. Direktanschluss per Bahn der TGV-Linie zwischen Paris, Brüssel und London ermöglichen eine kurze Anfahrt. Während des ersten Jahres bleibt der Eintritt im Louvre-Lens gratis.

Anfang Dezember 2012 wurde das Museum Louvre-Lens eröffnet. Nach dem Vorbild der berühmten Tate-Galerie in Liverpool oder dem Rezept des Museums Guggenheim im spanischen Bilbao soll die kulturelle Neuansiedlung das angeschlagene Image der Krisenregion aufbessern und eine ökonomische Renaissance der gesamten Region mit anschieben. Man hofft auf mindestens 700.000 Besucher im Eröffnungsjahr (mein Eindruck, dass ist zu schaffen).

Ein Areal von 20 Hektar, mitten im Herzen von Lens, 15 Minuten vom Bahnhof entfernt. Architektonisch steh ich staunend vor diesem Bau, fliesend gehen die Bauteil ineinander über. Der Eingangspavillon und zwei Hallen für wechselnde Ausstellungen, alles verglast, es wirkt alles schwebend.

Louvre Lens in France




Mehr als 220 Werke aus den Pariser Louvre-Sammlungen sind nach Lens umgezogen. Für die kommenden fünf Jahre wird hier eine Ausstellung mit Schätzen aus allen Louvre-Abteilungen zu sehen sein.
Dazwischen die großen Galerie auf zirka 3000 Quadratmeter, die «Grande Galerie». Ein einziger Raum, der nur von der Decke durch indirektes Licht erhellt wird - von der leicht erhöhten Plattform im Eingangsbereich fällt der Blick auf eine leicht abfallende Sammlung von rund 220 spektakulären Meisterwerken. Kunst aus allen Epochen vom 4. Jahrtausend vor Christus bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Lebensgroße römische und griechische Statuen, mittelalterlichen Gemälde und auch Meißner Porzellan kann man bewundern.

Louvre Lens in Frankreich, Museum


Es ist eine Zeitreise zwischen Stilrichtungen, Epochen, zwischen Geografie, Politik oder Philosophie. Ein ungewöhliches Konzept was aber begeistert und die Besucher in Ihrem Bann zieht. Es ist vielleicht diese Verbindung, diese einmalige moderne Architektur und die wunderbaren Schätze unserer Weltgeschichte.

Louvre Lens, Frankreich

Louvre Lens, Frankreich

Bildschirme auf Tischen ermöglichen das elektronische Stöbern durch die gesamte Louvre Sammlung. Im Untergeschoss kann man Restauratoren und Konservatoren durch große Glasfenster bei ihrer Arbeit zuschauen. Museumsbesuch greifbar und erlebbar machen, lautet das Motto.

In der kurzen Zeit wo ich dieses Museum besuche, leider bleiben nur zwei Stunden, beobachte ich Kinder die im Unterricht durch die Ausstellung stolpern, Stift und Zeichenblog in der Hand. Sie stehen vor den Statuen und Gemälden beobachten und malen. Geschichte + Kunst erlebbar machen!

Ich wurde nicht geführt, nicht dirigiert, ich bin durch diese Architektur gegleitet und hatte das Gefühl mich zwischen dieser einmaligen Kunst ungezwungen zu bewegen. Man darf, aber man muss nicht! Ich muss zugeben dieses Museum hat mich ziemlich beeindruckt ... und ja ich komme wieder, dann aber mit mindesten 1 Tag Besucherzeit.

Mehr Fotos meiner Nordfrankreich Rundreise findet ihr in meinem Instagram Stream: @demipress und alle Artikel und Fotos der Nordfrankreich Reise gibt es hier zu sehen und zu lesen.

Vielen Dank an die Region Nord-Pas de Calais und Schetter Tourismus PR, die diese Reise unterstützt haben. Ein ganz lieber Dank an Agathe Bourdrez vom Comité Regional de Tourisme Nord-Pas de Calais. Meine Meinung bleibt davon unberührt.