Dschungelflüsse haben eigentlich schlammig-braun zu sein, undurchsichtige und eine gefährliche Heimat von Krokodilen und Schlangen. Daher erscheint der Rio Celeste völlig abstrus, unwirklich farbig mitten im Regenwald und im Nationalpark Tenorio. Über eine 12 km lange steinige Piste geht es von 120 m üNN auf angenehme 650 m üNN um sich das "blaue Wunder" anzuschauen, der Nationalpark bietet eine öffentlichen Zugang mit großem Parkplatz, Informationen, auf Wunsch auch Führer, für die üblichen 15 Euro Eintritt, die man hier in Costa Rica für jeden Nationalpark bezahlt.

Am heutigen Morgen fahren wir ein kurzes Stück über holprige Pisten zum Nationalpark „Vulkan Tenorio“. Der von üppiger Vegetation umgebene Vulkan ragt 1.916 Meter in die Höhe und ist bereits erloschen. Seine Flanken werden von Mischwäldern gesäumt, und in den tieferen Regionen beherrschen Savanne und tropischer Trockenwald das Landschaftsbild. Genau in diesem Naturparadies befindet sich der „Rio Celeste“ übersetzt der himmelblaue Fluss.

Der Start in den NP ist durch einen gemütlichen und gut gepflegten Weg sehr einfach gemacht. So einfach, dass wir das Gefühl haben wir sind auf einen Sonntagsausflug und die wenigen anderen Touris laufen an uns in ihren Flipflops vorbei. Nach zirka 1-2km ändert sich das das Gelände so stark, dass unsere festen Wanderschuhe die bessere Wahl war. Der Regen in der letzten Nacht hat zudem die Wege noch schön schlammig gemacht. 

Ein knapp vier Kilometer langer Dschungelpfad (den man wieder zurücklaufen muss) führt im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein und führt Euch zu den interessanten Stellen: den Wasserfall, ein kleiner See, der so was von quietschtürkis ist, dass es nahezu unwirklich scheint und schließlich die so genannten Teñideros, wo der Fluss wie mit einem Lineal gezogen die Farbe wechselt. Für die Wanderung solltet Ihr Euch mindestens vier Stunden Zeit nehmen, ich hätte mich persönlich den gesamten Tag an diesem „Lenorblau“ aufhalten können. 

Rio Celeste Costa Rica


Rio Celeste Costa Rica
Das blau ist unwirklich schön und lässt die Besucher einfach nur staunen  

Auch die Pflanzen und die Vegetation ist hier traumhaft einmalig 

Rio Celeste Costa Rica


So wanderten wir dem Rio Celeste entlang, überqueren ihn auf superschmalen Baumstammbrücken und gelangen vorbei an heißen Quellen, die daran erinnern, dass der Volcano Tenorio zwar schläft, aber nicht tot ist. 

Rio Celeste Costa Rica


Rio Celeste Costa Rica
Auch hier riecht es mächtig nach Schwefel und die Quellen haben Temperaturen um die 70 Grad 

Die blaue Lagune ist unser Ziel und dazu wandern wir weiter durch den Regenwald, wo durch die Sonne die Luft flimmert und einmalig schöne Lichtverhältnisse zeichnet. Vor uns liegt eine Lagune, die gespeist wird von zwei Flüsse mit unterschiedlicher mineralischer Zusammensetzung (eine chemische Reaktion des Aluminiumsilikat und der Sonne) und dadurch dieses tiefblaue Farbe hervorrufen. Wir sehen hier Wasser, das drei verschiedene Farben hat, durchsichtig, ein Streifen weiß und das leuchtende türkisblau. Man ist gewillt, bei diesem Anblick die Gesetze der Physik über Bord zu werfen und an Magie zu glauben.

Eine naturwissenschaftliche Theorie für dieses Phänomen könnte so aussehen:

"Die beiden Flüsse, die hier zusammenfliessen, sind vorher über Felsgestein geflossen, altes vulkanisches Felsgestein. Sie bringen unterschiedliche Mineralstoffe und Sedimente (Ablagerungen) mit. Bei der Vermischung erhöht sich die Menge, zusätzlich tritt ein chemischer oder auch physikalischer Prozess ein, wahrscheinlich aufgrund unterschiedlicher pH-Werte, (Säuregehalte), und die vorher unsichtbaren Partikel werden sichtbar. Der Farbeffekt kommt möglicherweise nicht durch eine echte Farbe, sondern durch Lichtbrechung an den Sedimentteilchen zustande (ähnlich wie bei dünnen Ölfilmen auf einer Wasseroberfläche).
Bei Sonnenlicht ist der Effekt der Lichtbrechung natürlich verstärkt sichtbar und offenbart dann dieses leuchtende milchige Türkisblau".

Als Bestandteile findet man folgendes vor: 
Sauerstoff, Aluminium und Silizium bilden zusammen über 90 %, Schwefel dagegen sehr wenig,
und Eisen, also (Fe) Ferrum, ein klein bisschen mehr. Die 570 nm (Nanometer) beziehen sich auf die Wellenlänge des Lichts (Angaben von einer Ansichtstafel vor Ort).

Danke an Norbert T. der mir diese wissenschaftliche Ausführung noch per Email übersendet hat.

Rio Celeste, Costa Rica

Rio Celeste, Costa Rica
Rio Celeste, Costa Rica

Rio Celeste, Costa Rica
Die gesamte Farbenwelt des Blaus findet sich hier wieder 

Unsere Rio Celeste Abenteuer ist ja noch nicht zu Ende, den auf mich und die Reisegruppe von travel-to-nature wartet ja noch der berühmte Wasserfall. Wir steigen eine abenteuerliche Wendeltreppe herab und wieder hinauf immer quer durch den Regenwald. Das Rauschen des Wassers wird immer lauter und steigt zu einem Dröhnen an, noch bevor wir etwas sehen können. Der Wasserfall, der sich vor meinen Augen auftut, umrahmt von hundertmeterhohem Grün, tost und schäumt, Wasser das so leuchtend türkisblau ist, wie das schlumpfblaue Eis was wir in manchen deutschen Eisdielen kennen. 

Wasserfall Rio Celeste, Costa Rica
Wasserfall Rio Celeste, Costa Rica
Unsere kleine Reisegruppe könnte ewig hier stehen, die Farben sind wie im Photoshop unwirklich 
aber faszinierend schön. Bis vor einigen Jahren war es noch möglich in dem Wasserfall zu baden, was aber seit 2 Jahren leider nicht mehr möglich ist. 

Zum Glück sind wir erst die lange Runde bis zur "Blauen Lagune" und der Stelle, wo die beiden Flüsse zusammenfließen, abgelaufen und haben uns den Wasserfall bis zum Schluss aufgehoben. Denn diese ewig lange Treppe bis ganz zum Fuß des Wasserfalls und die wieder hoch, wären wir bestimmt niemals freiwillig wieder hinaus gelaufen. Ronny hatte wie immer Recht und ein sehr, sehr gutes Gespür wie wir die Wanderung machen.

Der heutige Tag mit so viel blauer Magie des Zaubers hinterlässt bei allen Reiseteilnehmern großen Augen und bestimmt noch lange wunderschöne Reiseerlebnisse von Costa Rica. Sie werden bestimmt Alle an die Sage glauben die sich die Tickos (wie die Costa Ricaner sich selbst nennen) erzählen: Nachdem Gott den Himmel fertig gemalt hatte, wusch er den Pinsel in diesem Fluss aus.

Ein wunderschöner weiterer Entdeckungstag in Costa Rica auf der Gruppenreise Costa Rica Pur gemeinsam mit travel-to-nature geht zu Ende … nachdem wir nun schon unterwegs waren in einer wunderschönen Lagune, den Vulkan Poas entdeckt haben und immer und immer wieder das PURAVIDA Costa Rica`s spüren.

Meine Reise durch Costa Rica ist Teil der Fotostory #TraveltoNature_CostaRica + #DemipressCostaRica gemeinsam mit travel-to-nature.

Wer diesen Traum von Natur, Tierwelt und Vulkan Momente gerne erleben möchte: 
travel-to-nature GmbH
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Deutschland
Fon: +49 (0)7634 50550
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E-Mail: info@traveltonature.de
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